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Aus dem Tagebuch der Nationalpark-RangerInnen
April 2013
ranger april1
© Nagl

„Platsch!“

 

Nationalpark-Rangerin Sonja Latzin schildert ihre nächtliche Biber-Begegnung.

Ein nicht zu kalter Frühlingsabend. Eine Gruppe von NaturvermittlerInnen startet im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung zu einer abendlichen Bootstour auf der Großen Binn, einem Nebenarm der Donau bei Orth/Donau. Das Ziel: nächtliche Biberaktivitäten belauschen.

Nach kurzer Zeit sind wir bereits am dunklen Nebenarmwasser unterwegs, vorsichtiges, lautloses Paddeln bringt uns vorwärts in die Nacht. Da - „Platsch!“ - ein kurzes Zusammenzucken der Bootbesatzung, ein Aufseufzen unserer Leiterin: Sie haben uns gehört...

Noch an Land  hatten wir in einer Einleitung erfahren, was uns so alles erwarten könnte an diesem Abend: Das schmatzende Geräusch von Bibern, die sich an der Rinde der Weidenäste gütlich tun, das nagende, schabende Geräusch der Zähne, wenn Biber beim Fällen eines Baumes am Ufer sind, die Stimmfühlungslaute der heurigen Jungbiber, die dem Winseln von jungen Hunden ähneln und – das fast knallende Aufeinanderschlagen der Vorderzähne bzw. jenes berühmte „Platsch!“, erzeugt durch den am Wasser aufschlagenden Schwanz des Bibers - beides Warngeräusche für potentielle Gefahren. Enttäuschung macht sich breit an Bord, wissen wir doch, dass dieses Warnsignal das Ende unserer Tour bedeutet, da nun für die nächsten Stunden kein Biber seinen nächtlichen Tätigkeiten nachgehen wird.


© Kovacs

„Platsch!“ - während noch alle ihren Gedanken nachhängen, kommt das Geräusch von der anderen Uferseite. Vor uns liegt die Binn im Dunkeln, einzig in der Mitte wird das Wasser von einem schmalen Streifen Mondlichts angestrahlt. Und da taucht, ca. fünf Meter vor dem Bug unseres Bootes der Kopf eines Bibers aus dem Schatten, sichtbar nur die obere Hälfte, mehr erahnen als sehen können wir die Barthaare, von der Spitze des Kopfes zieht sich die Kiellinie nach hinten in Richtung des unter Wasser liegenden Rests des Tierkörpers. Ein Biber! So nah! Und schon verschwindet er wieder in der Dunkelheit. Noch ergriffen von diesem Bild zucken wir schon wieder zusammen: „Platsch!“ Der Biber ist rechts von uns untergetaucht. „Platsch!“ - doch das kam von der anderen Gewässerseite, das muss mehr als ein Biber sein...!

Zumindest unserer Leiterin dämmert langsam, wo wir da hineingeraten sind: Nicht wir sind die Auslöser diese Warnsignale, wir befinden uns in der Hauptzeit der Wanderungsphase der zweijährigen Biber, die vor kurzen von den Großfamilien weggebissen wurden und sich nun eigenen Reviere suchen müssen. Und damit sich diese Tiere nur ja nicht bereits besetzte Territorien aussuchen, investiert die gesamte ansässige Biberfamilie diese Nacht in akustische Reviermarkierung. Die Bestätigung dieser Theorie bekommen wir schon bald: Auch beim Erreichen des zweiten, in diesem befahrbaren Nebenarm gelegenen Biberreviers werden wir mit Schlag auf Schlag erschallenden Warnsignalen begrüßt.


© Kern

Ein entrisches Schauspiel, mitten in schwimmenden Bibern auf einem aufblasbaren Boot, in der Dunkelheit, nie wissend, wo sie sich gerade aufhalten und wo das nächste „Platsch!“ herkommen wird und wann - nur dass es kommen wird ist sicher. Bei jedem Zusammenzucken ein leichtes Ärgern - man hätte es ja wissen können und es ist ungefährlich - aber auch unser Warnsystem reagiert eben...

Die vielen verschiedenen angekündigten Biberlaute werden wir an diesem Abend nicht mehr hören. Dafür dürfen wir teilhaben an einem Wildniserlebnis, das für alle neu und unglaublich beeindruckend ist. - Wir waren mäuschenstille Gäste im Leben unserer Nachbarn.


Dr. Sonja Latzin
Nationalpark-Rangerin

© Kern

Weitere Informationen zum Nationalpark Donau-Auen:
www.donauauen.at und www.facebook.com/donauauen

 


  letztes Update am 31.05.2013

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